«…so trägt der Geist eines großen Stromes (und der Rhone ist mir immer einer der wunderbarsten gewesen!) die Begabungen und Verwandtschaften durch die Länder.»

RAINER MARIA RILKE AN MARIE VON THURN UND TAXIS, 1921

Die Kraft der Musik in der atemberaubenden Walliser Bergkulisse zu erleben sowie der persönliche Dialog zwischen Publikum und Interpret:innen in überraschenden Programmen zwischen historischem Konzertsaal und erweiterten Spielstätten machen einen Besuch des RHONEFESTIVALS zu einem unmittelbaren und dadurch berührenden, bereichernden und nachhaltigen Kulturerlebnis.

Nirgendwo wird das menschliche Leben in der Musik so verdichtet und pointiert, nirgendwo sind sich Kunst und Alltag so nah als im Kunstlied. Dabei bleibt das Kunstlied in seinem Wandel zeitlos aktuell, ernsthaft locker, erzählend berührend zwischen Zeit- und Seelenspiegel. 

Das RHONEFESTIVAL FÜR LIEDKUNST begeistert seit 2018 jährlich ein breites Publikum in immersiven Konzertformaten im Kanton Wallis/Schweiz. Dabei versteht es sich als innovative Plattform ausserhalb der grossen Musikzentren, auf der international renommierte und aufstrebende Künstler:innen im Herzen der Schweizer Alpen Liedrezitale und neue Konzertformate mit erfrischend altbekannter und berührend unbekannter Liedkunst bieten.

In seiner Konzeption sucht das Rhonefestival Musik und Literatur in diversen Konzertformaten auf wissenschaftlich fundierter, künstlerisch raffinierter und Publikums involvierender Weise durch Thematik, Geschichte oder Örtlichkeit zu verbinden und zu erfrischen. Der dadurch entstandene neue Rahmen ermöglicht eine neue Rezeption der Werke, schliesst einen Bogen von der Entstehungszeit in das Jetzt und entdeckt seine Gültigkeit wieder: Denn die grossen Themen des Lebens sind universal und an keine Zeitepoche gebunden.

Die international tätige Sopranistin Franziska HEINZEN verbindet mit der Gründung des RHONEFESTIVALS ihre Leidenschaft für das Kunstlied mit ihrer Heimat. Das Festival wird durch den Verein RHONEFESTIVAL FÜR LIEDKUNST organisiert und durchgeführt. Der Festivalname leitet sich dabei vom Fluss RHONE ab, der am Fusse des Rhonegletschers entspringt, durch den gesamten Kanton Wallis fliesst, sich im Genfersee kurz ausruht, um dann durch Frankreich ins Mittelmeer zu fliessen.

KONZERTFORMATE

Das Kunstlied als vertonte Lyrik und im Kontext der Gesellschaft verstehend, kreiert das RHONEFESTIVAL jährlich einen FOKUS zwischen Bekannten und Unbekannten, Romantischem und Zeitgenössischem durch ein Liedrezital sowie ergänzende Veranstaltungen. Im Eröffnungsjahr stand der «Hausdichter» Rainer Maria RILKE im Mittelpunkt, 2019 Komponistinnen wegen des 200. Geburtstags von Clara SCHUMANN. 2020 wäre die Komponistengruppe LES SIX, 2021 BAUDELAIRE im Mittelpunkt gestanden, aber wegen Corona nicht gefeiert werden konnten.

Die CARTE BLANCHE-Konzerte lädt die KünstlerInnen ein, ihren eigenen Liederabend zu gestalten: Äneas HUMM & Hartmut HÖLL gaben 2018 einen hoch romantischen Liederabend; Rachel HARNISCH & Jan Philip SCHULZE spannten 2019 einem weiten Bogen von SCHUBERT bis CRUMB; der BEETHOVEN/WILLIAMS-Liederabend mit Manuel WALSER und Akemi MURAKAMI 2020 musste leider wegen der Corona-Restriktionen abgesagt werden.

„Lieder, die Brücken schlagen“ betitelte der Walliser Bote den Eröffnungsabend des RHONEFESTIVALS 2019. Dabei traf in lockerer Atmosphäre während des ABUSITZ im Bistro des ZEUGHAUS KULTUR Brig Slam Poetry auf Liedkunst. An die grosse Begeisterung dieses Genre übergreifenden Konzepten knüpft das RHONEFESTIVAL seit 2019 mit der internationalen Ausschreibung #LIEDINNOVATION an: Künstler:innen wie Publikum werden ermutigt, über das tradierte Konzertformat hinaus zu denken sowie durch ihr Konzept den internationalen Diskurs und die Rezeption des Kunstliedes zu fördern. Auf die erste Ausschreibung haben sich 49 unterschiedliche Konzepte beworben. Die Jury prämierte das Genre übergreifende, multimediale Konzept LOVESONGS mit Toni Ming GEIGER, Konstantin PAGANETTI, Elena HARSANYI und Valerij LISAC. Auf die zweite Ausschreibung bewarben sich 32 Ensembles, wovon fünf Finalist:innen prämiert wurden und das Konzept LIEDMOVIES ausgewählt wurde.

Mit drei Saisonkonzerten während des Jahres möchte das RHONEFESTIVAL seine Vision bestärken, Musik an aussergewöhnliche Orte und/oder spezielle Anlässe zu binden und dabei kulturelle Akzente zu setzen: Das WINTER:KONZERT (ab 2023) porträtiert auf innovative Weise eine:n ausgewählte:n Komponist:in; im HERBST:KONZERT (ab 2021) erklingen thematische Liederabende in neuen Räumen. Als Schweizer Liedfestival fördert das Rhonefestival durch sein SOMMER:KONZERT (seit 2019) ausschliesslich Schweizer Komponist:innen und Dichter:innen und leistet damit hörenswerte Förderungs- und Pionierarbeit zur (Wieder-)Entdeckung von Schweizer Musik und Literatur. Da mehr SWISSNESS als rund um den Schweizer Nationalfeiertag nicht möglich ist, findet dieses «musikalische Strahlenmeer» mit einem feinen patriotischen Augenzwinkern am Vorabend des Bundesfeiertages (31. Juli) statt. Dabei erklang 2019 mit «Alte Weisen, neu entdeckt » eine Hommage an den Dichter Gottfried KELLER, 2020 stand die Schweizer Liedkunst des 20. Jahrhunderts open air im Stockalperhof im Mittelpunkt. Mit AU COEUR DES ALPES lud uns die international renommierte Mezzosopranistin Marie-Claude CHAPPUIS auf eine sehr persönliche Reise zwischen Kunst- und Volkslied ein.

Durch die COVID-19 Situation entstand 2019 LIEDER.GARTEN, der während 7 Wochen jeweils samstags frühabendliche Open-Air-Konzerte im Garten des Stockalperschlosses präsentierte. Mit diesem Angebot wurde über die Corona-Zeit hinaus für Einheimische und Touristen durch Ort, Zeitpunkt und Angebot eine Nische im kulturellen Kalender der Stadt Brig gefüllt, welche in den kommenden Jahren weitergeführt wird.

Ebenfalls im Corona-Jahr, allerdings durch die erneuten Restriktionen im Herbst 2020, entstand die einmalige Konzertreihe HIER & JETZT, welche Kurzkonzerte vor 8 Personen in der Sebastianskapelle in Brig, im Schloss Leuk sowie in der Dreikönigskirche in Visp bot und innert kürzester Zeit 76 honorierte Künstlerauftritte generieren konnte.

Mit den PERSPEKTIVEN-Veranstaltungen wird das Festival durch Lesungen oder überraschende Off-Veranstaltungen (2018: Open-Air Konzerte am Rhoneufer; 2019: SCHUBERTS Hirt auf dem Felsen auf dem Hauspass Simplon, Dokumentarfilm KOMPONISTINNEN; 2020: LIEDER.GARTEN; 2021: LOVESONGS) ergänzt.