#SWISSNESS
HOMMAGE AN DAS SCHWEIZER KUNSTLIED
Als Schweizer Liedfestival entdeckt, fördert und interpretiert das RHONEFESTIVAL an seinem SOMMERKONZERT ausschliesslich Schweizer Komponist:innen und Dichter:innen und leistet damit seit 2019 unvergleichliche Pionierarbeit für das Schweizer Kunstlied. #SWISSNESS: Bis heute hat sich keine eigenständige Schweizer Liedkunst etabliert – Form und Klangvorstellung orientierten sich zum grössten Teil an den Nachbarländern Deutschland, Österreich und Frankreich, die sich durch ihr sprachlich geeintes Musikverständnis, tradierte Hofkultur oder aber Gesellschaftsstruktur national entwickelten. Durch die heterogenen Gegebenheiten innerhalb der Schweiz wie Sprache oder Topographie entwickelten sich eher musikalische Einzelerscheinungen, die sich an den internationalen Stilen orientierten – oder diese bewusst ignorierten, mit dem Resultat einer abwechslungsreichen musikalischen Landschaft. Herzliche Einladung zu unserer jährlichen (Wieder-) Entdeckungsreise!
ROMANTISCHE SCHWEIZ
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⏱︎ Samstag · 25. Juli 2026 · 20 Uhr
⚲ Rittersaal · Stockalperschloss · Brig
$ Eintritt frei/Kollekte
ⓘ Keine Reservation, freie Platzwahl. 70 Minuten ohne Pause.
FELIX GYGLI BARITON
BENJAMIN MEAD KLAVIER
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Als Schweizer Liedfestival setzt sich das RHONEFESTIVAL FÜR LIEDKUNST mit grosser Leidenschaft für Komponist:innen und Dichter:innen der Schweiz ein und leistet seit 2019 wegweisende Pionierarbeit für das Schweizer Kunstlied.
Im Jahr 2026 lädt es zu einem besonderen helvetischen Programm ein, das den Jubiläums-Komponisten Johann Carl Eschmann (1826–1882) sowie Viktor Ullmann (1898–1944), Othmar Schoeck (1886–1957), Walter Furrer (1902–1978) und Robert Gund (1865–1927) musikalisch ehrt.
ÜBER DAS PROGRAMM
Das Programm Romantische Schweiz führt durch die Schweizer Liedlandschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Natur, Liebe, Sehnsucht und Erinnerung verbinden die Werke. Zugleich zeigt das Programm, wie unterschiedlich die romantische Tonsprache weitergeführt und bis ins 20. Jahrhundert hinein verändert wurde. Es entsteht kein einheitliches Bild, sondern ein vielstimmiges: traditionsverbunden, offen für neue Wege und von ausgeprägtem musikalischem Eigensinn.
Der Winterthurer Johann Carl Eschmann, der unter anderem bei Felix Mendelssohn studierte, war besonders von Schumann und Mendelssohn geprägt. In Aus glücklichen Tagen vertonte er Gedichte seines Freundes August Corrodi und verband romantische Naturbilder eng mit dem inneren Erleben. Der österreichische Komponist Viktor Ullmann wirkte u. a. Ende der 1920er-Jahre am Schauspielhaus Zürich. Seine Drei Lieder nach Conrad Ferdinand Meyer verbinden Schweizer Literatur mit einer eigenständigen Musiksprache zwischen tonalen Bezügen und Atonalität. Othmar Schoeck, der wohl bedeutendste Schweizer Liedkomponist des 20. Jahrhunderts, blieb der Spätromantik verbunden, lotete ihre Grenzen jedoch konsequent bis zur schieren Atonalität aus. Der in Bern aufgewachsene Walter Furrer studierte in Paris bei Nadia Boulanger und orientierte sich eher an der französischen Moderne. In Die Stunde schlug treffen Storms romantische Liebesgedichte auf eine klare, zurückhaltende Tonsprache des 20. Jahrhunderts. Eine besondere Wiederentdeckung ist der in Neuhausen am Rheinfall geborene Robert Gund. Der einst in Wien geschätzte, später nahezu vergessene Liedkomponist verbindet spätromantische Klangfülle mit einem feinen Gespür für Dichtung und Atmosphäre.
Johann C. Eschmann (1826–1882): Aus glücklichen Tagen (Corrodi) Op. 48
I. Erguss
II. Morgenguss
III. Mein Herz ist eine Blume
IV. Vorüber
Victor Ullmann (1898–1944): Drei Lieder (Conrad Ferdinand Meyer) Op. 37
1. Schnitterlied
2. Säerspruch
3. Die Schweizer
Othmar Schoeck (1886–1957): Zwei Gesänge für Bariton und Klavier Op. 9
1. Die Verklärende (Michelangelo/Anon.)
2. Du, des Erbarmens Feind, grausamer Tod (Dante/Zoozmann)
Walter Furrer (1902–1978): Die Stunde Schlug (Storm)
1. Die Stunde schlug
2. Nun sei mir heimlich zart und lieb
3. Du schläfst
4. Trost
Robert Gund (1865–1927): ausgewählte Lieder
Ravenna (Hesse) Op. posth. 64
Die Nachtigall (Storm) Op. 16 Nr. 3
Ein Traum (Gurschner) Op. 29 Nr. 2
Dämmerstunde (Lauterberg) Op. posth. 36
An die Entfernte (Goethe) Op. 34 Nr. 6
Lieb' und Leid (Geibel) Op. 10 Nr. 8
Othmar Schoeck (1886–1957): Vier Gedichte von Hermann Hesse Op. 8
1. Elisabeth
2. Aus zwei Tälern
3. Auskunft
4. Jahrestag