Hartmut Höll gilt als Pionier in der Förderung, Aufführung und Interpretation des Kunstliedes, in dem das Klavier in Klang, Ausdruck und Sensibilität zu einem gleichberechtigten Partner wird. Von 1982 bis 1992 war er der Klavierpartner des Bassbaritons Dietrich Fischer-Dieskau. Liederabende bei den Salzburger Festspielen, den Festivals von Edinburgh, Florenz, München und Berlin, in der New Yorker Carnegie Hall begründeten die viel gerühmte Zusammenarbeit. Seit nun über einem Jahrzehnt begleitet Hartmut Höll die amerikanische Sopranistin Renée Fleming bei Konzerten in Europa, Australien, Asien und den USA. 

Des weiteren gab er Konzerte mit renommierten Sängern wie Thomas Hampson, Roberto Sacca, Urszula Kryger, Yvonne Naef, Jochen Kowalski, Christoph Prégardien, René Pape oder Hermann Prey als auch mit Instrumentalisten wie der Geigerin Tabea Zimmermann oder der Klarinettistin Sabine Meyer. Fast vier Jahrzehnte als Liedduo verbinden ihn mit der japanischen Mezzosopranistin Mitsuko Shirai. Beide haben mit Konzerten und CDs Maßstäbe der Liedinterpretation gesetzt. Rund sechzig CD-Produktionen liegen vor, viele davon wurden international ausgezeichnet.

Nach früheren Professuren in Frankfurt und Köln, Gastprofessuren in Helsinki und Salzburg sowie einer Dozentur für Liedgestaltung in Zürich engagiert sich Hartmut Höll nun als Professor und seit 2007 auch als Rektor an der Hochschule für Musik Karlsruhe für die junge Künstlergeneration. Regelmäßige Meisterklassen für Lied gab er in Finnland, beim Internationalen Musikseminar Weimar, beim Schleswig-Holstein Musikfestival, am Mozarteum Salzburg, in Jerusalem, Kairo sowie in den USA.

Als Juror bzw. Juryvorsitzender wurde er zum Robert-Schumann-Wettbewerb Zwickau, zum Naumburg Competition New York, oder zum Internationalen ARD-Musikwettbewerb München eingeladen.

2012 erschien das Buch WortMusik im Staccato-Verlag Düsseldorf, in dem Hartmut Höll seine Erfahrungen und seinen Umgang mit Lied in persönlichen Erinnerungen schildert.