Verehrtes Publikum,

meist in nur knapp drei Minuten verdichten sich im Kunstlied durch die intime Union von Musik und Text eine Geschichte, ein Schicksal oder ein Gefühl zu höchster Poesie, zu brennendem Verlangen, sehnsuchtsvoller Schönheit und Reinheit: Die Liedkunst vereint das Leben an sich als Inspirationsquelle, die Gefühle des Dichters, seine Umsetzung in reine Worte, die Inspiration zur musikalischen Komposition, die Wiederbelebung durch Sänger und Pianist bis hin zum Konzertmoment, in dem diese Schönheit unmittelbar mit dem Zuhörer geteilt werden darf.

Die Stimme als ureigenstes Ausdrucksinstrument entführt das Publikum zusammen mit den Klangmöglichkeiten des Klaviers auf unendlich viele Gefühlsreisen, die sich im Universum eines Liederabends aufs Höchste vereinen. Das Lied verlangt hierzu weder eine große Bühne, noch Kostüme oder Schminke, sondern nur zwei Musiker, die aus der Musik und aus sich selbst schöpfen. Diese Authentizität und Ehrlichkeit, diese Schlichtheit berührt mich zutiefst.

Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, diese Erfahrung von Menschlichkeit als – meines Erachtens – höchstes Glück zu teilen. Zu teilen mit einem Nuancen affinen Publikum, das nach reinen Gefühlen und berührender Ehrlichkeit – umso mehr in unserer heutigen Zeit – sucht und in der Musik, in der Liedkunst, wiederfindet.

Die gleissende Walliser Sonne, die mächtigen Walliser Berge sind in meiner Seele eingebrannt. Durch sie singe ich mit einer anderen Kraft. Diesen unendlichen Inspirationsschatz möchte ich mit Ihnen und mit meinen Musiker-Freunden teilen und im RHONEFESTIVAL FÜR LIEDKUNST in meiner Heimatstadt mit ihrem schmucken Stockalperschloss und dem fürstlichen und akustisch exzellenten Rittersaal vereinen.

Ich freue mich auf eine besondere musikalische Woche mit Ihnen als wunderbares Publikum sowie auf meine Musiker-Freunde: Äneas HUMM, den ich seit Zürcher Studienzeiten kenne und mit dem ich seit einigen Jahren bis in die weite Welt hinaus befreundet bin, auf Hartmut HÖLL, bei dem ich unwissend, aber umso neugieriger in meinem ersten Gesangssemester in Zürich im Unterricht war und der in den letzten Jahren zu einer großen Inspiration für die eigene Liedgestaltung wurde, auf ein entzückendes und schauerliches Kinderkonzert mit Manuel POLLINGER, Meta CERV und vier wunderbaren Elfen, sowie auf zwei besondere Abende, die unserem „Hauspoeten“ Rainer Maria RILKE mit seiner phantastischen Poesie gewidmet sind: Die Lesung in Kooperation mit der Mediathek Wallis stellt das literarische Werk in den Vordergrund, zusammen mit meinem langjährigen Liedduo-Partner Benjamin MEAD freuen wir uns auf schier unbekannte, aber meisterliche RILKE-Vertonungen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele wundervolle musikalische Momente „im wunderschönen Monat Mai“. Ich freue mich, dass Sie mit dabei sind!

Franziska Heinzen, im Sommer 2017
Initiatorin, Künstlerische Leiterin des Rhonefestivals
Vorwort Programmheft 2018

 

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